2015: Leichtes Plus bei Insolvenzen von Unternehmen

Zunahme der Insolvenzzahl um 4,1 Prozent in Baden-Württemberg - Insgesamt 12 800 Arbeitnehmer betroffen

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Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2015 bei den Amtsgerichten in Baden‑Württemberg 11 998 Insolvenzverfahren beantragt. Darunter waren 15,6 Prozent oder 1 869 Verfahren Unternehmensinsolvenzen. Das waren 73 mehr als im Vorjahr (+4,1 Prozent). Im Jahr 2014 wurden 12 557 Insolvenzverfahren gezählt, darunter 1 796 Unternehmensinsolvenzen.


Von den gesamten beantragten Insolvenzverfahren wurden 10 456 Verfahren eröffnet (11 075 im Vorjahr), 1 131 Verfahren mangels Masse abgewiesen (1 088 im Vorjahr) und 411 Verfahren wurden mit einem Schuldenbereinigungsplan durchgeführt (394 im Vorjahr). Von den beantragten Unternehmensinsolvenzen wurden 1 272 Verfahren eröffnet (1 256 im Vorjahr) und 597 mangels Masse abgewiesen (540 im Vorjahr).


Deutlich niedriger als im Vorjahr waren jedoch die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger und die Zahl der unmittelbar betroffenen Beschäftigten. Die Verbindlichkeiten der insolventen Unternehmen summierten sich auf 1,34 Mrd. Euro (2,87 Mrd. Euro im Vorjahr). Der größte Teil mit etwa 37 Prozent der insolventen Unternehmen hatten Verbindlichkeiten zwischen 50 000 und 250 000 Euro. Gut ein Vieltel hatte weniger als 50 000 Euro Schulden. Verbindlichkeiten in Höhe von über einer Million Euro hatten etwa 13 Prozent oder 239 Firmen. Im Jahr 2015 waren über 12 800 Arbeitnehmer von Insolvenzmeldungen unmittelbar betroffen, während 2014 fast 13 400 Arbeitsplätze gefährdet waren. 23,6 Prozent der insolventen Unternehmen (442 Firmen) hatten ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt im Bereich Handel. Im Bereich Baugewerbe kam es zu 293 Insolvenzanmeldungen (15,7 Prozent), gefolgt vom Bereich Freiberufliche wissenschaftliche und Technische Dienstleistungen mit 219 Verfahren (etwa 12 Prozent).

Weitere 180 oder etwa 10 Prozent der insolventen Unternehmen zählten zum Bereich Verarbeitendes Gewerbe. Es folgen das Gastgewerbe (154 Verfahren oder 8,2 Prozent), die Bereiche Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen und Verkehr und Lagerei. In etwa 74 Prozent der Insolvenzfälle beantragte der Schuldner selbst das Verfahren. Weiterhin war bei 96,7 Prozent der Unternehmensinsolvenzen die Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung der Grund für die Insolvenzanmeldung. Die anderen Insolvenzfälle wurden mit einer Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung oder mit einer drohenden Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung von den zuständigen Amtsgerichten gemeldet.

Weitere Informationen

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Pressemitteilung 132/2016 vom 6. Mai 2016

 

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