Aktuelles Konjunkturbild zeigt nachlassende Dynamik

Südwestwirtschaft dürfte im zweiten Quartal 2018 real um 2,4 % gestiegen sein

Die baden-württembergische Wirtschaft hat im Jahresverlauf 2018 deutlich an Dynamik verloren. Zwar legte ersten Berechnungen zufolge das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Südwesten im zweiten Quartal um 2,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Gegenüber dem Vorquartal bewegte sich die Wirtschaftsleistung jedoch nur noch seitwärts. Damit hat sich die im ersten Quartal zu beobachtende Entwicklung auch im zweiten Quartal fortgesetzt. Frühindikatoren wie der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe legen nahe, dass die nachlassende Dynamik mindestens bis Jahresende anhalten dürfte.

Die Auslandsnachfrage im Verarbeitenden Gewerbe hat einen Gang zurückgeschaltet. Dennoch betrug das Wachstum der realen Umsätze im zweiten Quartal fast 5 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Allerdings entwickelten sich die Umsätze im Vergleich zum Vorquartal nur noch seitwärts (-0,2 %). Gegen den Trend wies der Maschinenbau ein weiter hohes Wachstumstempo auf und erhöhte seine Umsätze um 7,3 % zum Vorjahr. Auch die Dynamik zum Vorquartal scheint dort noch intakt zu sein (+2,2 % Zuwachs zum ersten Quartal). Der Kraftfahrzeugbau musste zum Vorquartal dagegen ein Minus von 1,4 % verkraften, liegt aber zum Vorjahresquartal noch 6,3 % im Plus.

Dagegen entwickelte sich die Inlandsnachfrage im Verarbeitenden Gewerbe schwächer. Die realen Umsätze sanken um 1,4 % gegenüber dem Vorquartal und lagen im Vorjahresvergleich nur noch 0,8 % im Plus. Stabilisierend wirkte die inländische Umsatzentwicklung im Fahrzeug- und Maschinenbau. Dort erhöhten sich die Umsätze jeweils um über 6 % zum Vorjahresquartal. Um 2,5 % stiegen die geleisteten Arbeitsstunden im Baugewerbe. Damit entwickelt sich der bisherige Jahresverlauf dort ebenfalls weniger dynamisch als zu Jahresbeginn.

Auf dem Arbeitsmarkt verlief auch das zweite Quartal 2018 prächtig. Gleichwohl büßte der Beschäftigungszuwachs etwas an Tempo ein. Nach 2,5 % Plus gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal entwickelte sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit 2,3 % gegenüber dem Vorjahr weiterhin stark. Insgesamt standen somit fast 4,7 Millionen Personen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. Die Zahl der gemeldeten Stellen stieg erneut mit zweistelligen Zuwachsraten und lag 11,1 % über dem Wert des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote fiel im Juni auf einen historischen Tiefstand von 3,0 %. Damit befindet sich die Südwestwirtschaft nach gängiger Definition an der Schwelle zur Vollbeschäftigung. Gleichzeitig hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise im Land beschleunigt. Die Inflation erhöhte sich aufgrund stark gestiegener Energie- und Rohstoffpreise im zweiten Quartal auf 2,1 %.

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Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Pressemitteilung 255/2018

 

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