Anerkennung von Berufsqualifikation aus dem Ausland weiter angestiegen

72 % aller abgeschlossenen Verfahren als vollständig gleichwertig anerkannt

Im Jahr 2016 wurden in Baden‑Württemberg im Rahmen der Anerkennungsstatistik 5 275 Verfahren auf Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation bearbeitet und damit 10,5 % mehr als im Vorjahr. Von den 4 800 abgeschlossenen Verfahren wurden nach Auswertungen des Statistischen Landesamts 3 453 Anträge und somit annähernd 72 % als vollständig gleichwertig anerkannt. Dies entspricht einem Zuwachs von 16,4 % im Vergleich zum Vorjahr.

Weitere 956 Anträge wurden als eingeschränkt gleichwertig beschieden. Darunter fallen Bescheide mit Auflage einer Ausgleichsmaßnahme sowie Bescheide der teilweisen Gleichwertigkeit. Negativ beschieden wurden 391 Anträge. Insbesondere in der zahlenmäßig am stärksten besetzten Berufshauptgruppe – der medizinischen Gesundheitsberufe (so zum Beispiel Arzt/Ärztin, Tierarzt/Tierärztin, Zahnarzt/Zahnärztin, Apotheker/in bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger/in) – lag die vollständig gleichwertige Anerkennung bei fast 97 % (2 160 Anerkennungen von 2 232 abgeschlossenen Verfahren). Dies liegt hauptsächlich daran, dass es gemäß einer Berufsanerkennungsrichtlinie für die oben erwähnten »sektoralen Berufe« in der Europäischen Union eine automatische Anerkennung gibt.

Ein ganz anderes Bild zeichnet sich in der am zweitstärksten besetzten Berufshauptgruppe »Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, Theologie« mit 1 069 abgeschlossenen Verfahren ab, unter die zum Beispiel die Berufe Erzieher/in und Kinderpfleger/in (Staatlich anerkannt) fallen: Hier wurden nur 28 % aller abgeschlossenen Verfahren als vollständig gleichwertig anerkannt, dafür aber fast 29 % negativ beschieden. Die meisten Antragstellerinnen und Antragsteller in dieser Berufshauptgruppe (43 %) erhielten als Auflage eine Ausgleichsmaßnahme in Form eines Anpassungslehrgangs oder einer Eignungs- bzw. Kenntnisprüfung.

Die am drittstärksten besetzte Berufshauptgruppe »Technische Forschungs-, Entwicklungs-, Konstruktions- und Produktionssteuerungsberufe« mit 450 abgeschlossenen Verfahren (maßgebend ist hier der Beruf Ingenieur/in) konnte wiederum über 93 % vollständige Gleichwertigkeit verzeichnen. Gut die Hälfte aller Anerkennungsverfahren (50,3 %) bezogen sich auf Berufsqualifikationen, die innerhalb der Europäischen Union erworben wurden, und zwar insbesondere in Rumänien, Ungarn und Polen. Bei weiteren 27,3 % lag der Ausbildungsstaat im übrigen Europa und hier vor allem in Bosnien und Herzegowina, der Russischen Föderation und Serbien. Ob europäischer Ausbildungsstaat oder nicht, die Anerkennungsstatistik ist weiblich geprägt: 64 % aller Verfahren werden von Frauen beantragt.

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Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Pressemitteilung 279/2017 vom 12. Oktober 2017

 

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