Dossier „Der Arbeitsmarkt im Spannungsfeld von Konjunktur- und Struktureinflüssen“

Folgen von Konjunktur- und Struktureinflüssen: „Wir stehen vor großen Herausforderungen“

Die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit untersucht in ihrer neuesten Veröffentlichung den Einfluss von Konjunktur- und Strukturveränderungen auf den Arbeitsmarkt.  Das Dossier „Arbeitsmarkt im Spannungsfeld zwischen Konjunktur und Struktureinflüssen“ analysiert die Entwicklung des Arbeitsmarkts des vergangenen Jahrzehntes bis heute, um so die aktuelle Situation und auch die zukünftigen Herausforderungen für und auf dem Arbeitsmarkt einzuordnen und Handlungsfelder für die Begleitung des Strukturwandels abzuleiten.
 
Die weitläufige Wahrnehmung der aktuellen Situation am baden-württembergischen Arbeitsmarkt wird von der Corona-Pandemie und deren Folgen auf die Konjunktur dominiert. Allerdings kam der erste konjunkturelle Dämpfer für den Wirtschaftsstandort nicht erst durch die aktuelle Krise. Bereits Ende 2018 zeichneten sich nach vielen Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs, stetig wachsender Beschäftigung und sinkender Arbeitslosigkeit, erste Signale eines konjunkturellen Abwärtstrends insbesondere in der Metall- und Elektronindustrie ab.
Neben der Betrachtung dieser konjunkturellen Bewegungen, sind auch die aktuellen strukturellen Veränderungsprozesse der Wirtschaft von großer Bedeutung für eine ganzheitliche Einschätzung des aktuellen und künftigen Arbeitsmarktes.
 
Bei den Strukturveränderungen handelt es sich im Wesentlichen um Trends wie Automatisierung und Digitalisierung, die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte für Kraftfahrzeuge, die steigende Bedeutung des Klimaschutzes oder den demographischen Wandel. Diese Trends bewirken beispielsweise eine Veränderung des Nachfrageverhaltens und von Tätigkeitsinhalten innerhalb von Berufen, steigende Qualifikationsanforderungen an Beschäftigte und die Verschiebung der Nachfrage nach Arbeitskräften von nicht mehr nachgefragten zu anderen Berufen. Struktureller Wandel geht langsam voran. Konjunkturelle Einbrüche hingegen wie zum Beispiel die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie 2020 wirken sich schnell und deutlich spürbarer auf den Arbeitsmarkt aus und zeigen sich auch in kürzester Zeit durch relevante Arbeitsmarktkennzahlen, wie beispielsweise die Zahl der Arbeitslosen, die Arbeitslosenquote oder die Anzahl von Menschen in Kurzarbeit.
 
Das Dossier der Regionaldirektion Baden-Württemberg analysiert genau dieses Zusammenspiel und Wirken von Konjunktur- und Struktureinflüssen auf dem Arbeitsmarkt. Und leitet daraus Herausforderungen und Handlungsfelder für die kommenden Jahre ab.
 
Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erläutert: „Wir haben diese Analyse bewusst zu diesem Zeitpunkt gewählt, da sich der Arbeitsmarkt nach den Folgen der Lockdowns erholt und stabilisiert hat. Die Corona-Krise überlagert nämlich in der Wahrnehmung oft die vorangegangene Konjunktureintrübung und den mittel- und längerfristigen Strukturwandel. Die Herausforderungen des Strukturwandels werden oft übersehen. Deshalb besteht die Gefahr, dass diese zu spät und zu zaghaft aufgegriffen und aktiv gestaltet werden.“
Die Wirtschaft stehe vor der Aufgabe, ihre Produkte und Prozesse an veränderte Rahmenbedingungen und Bedürfnisse anzupassen. Dazu brauche es Arbeitskräfte, die genau diesen Anforderungen genügten. Werde die Notwendigkeit zu Anpassung nicht erkannt, drohe Fachkräftemangel auf der einen und sich verfestigende Arbeitslosigkeit auf der anderen Seite.
Rauch führt weiter aus: „Es ist wichtig, dass wir alle zusammen diesen Wandel und die Zukunft gestalten: Dies ist die gemeinsame Aufgabe von Wirtschaft, Sozialpartnern, Politik, Bundesagentur für Arbeit und auch jedes und jeder Einzelnen.“
 
Link zum Dossier „Arbeitsmarkt im Spannungsfeld zwischen Konjunktur- und Struktureinflüssen“

Quelle: Presseinformation Nr. 26/ 2021 der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit
 


 

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