Einstellung von Langzeitarbeitslosen und ausländischen Arbeitskräften in baden-württembergischen Betrieben besonders häufig

In baden-württembergischen Betrieben arbeiten 22 Prozent aller in Deutschland beschäftigten ausländischen Staatsangehörigen. Damit ist ihr Anteil an den Beschäftigten in Baden-Württemberg im Deutschlandvergleich weit überdurchschnittlich. Das ergibt eine Studie des IAW (Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung Tübingen), die auf Basis des IAB-Betriebspanels (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) die Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften und Langzeitarbeitslosen in baden-württembergischen Betrieben analysiert.

Laut den durchgeführten Analysen führen Arbeitgeber in Baden-Württemberg
häufiger Integrationen ausländischer Beschäftigter durch als Betriebe auf
Bundesebene. Dazu gehört auch die Beschäftigung von Praktikanten, Trainees
und Auszubildenden, die vor allem von großen Betrieben realisiert wird.
Auch bei der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen sind Betriebe im Ländle
eher bereit Langzeitarbeitslose einzustellen als der deutsche Durchschnitt.
Für die Einstellung ist insbesondere ein guter persönlicher Eindruck ausschlaggebend.

„Das entspricht genau unseren Empfehlungen“, sagt Christian
Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-
Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Arbeitgeber sollten Bewerbern
eine Chance geben und sie kennenlernen. Oft überrascht der persönliche Eindruck positiv und gibt nicht wieder, was im Lebenslauf angegeben ist.“
Die Studie untersucht ebenso, ob es einen negativen Zusammenhang zwischen der Bereitschaft Langzeitarbeitslose einzustellen und der Beschäftigung nicht-deutscher Staatsbürger gibt, und ob seitens der Betriebe eine der beiden Gruppen bevorzugt eingestellt wird. „Unsere Ergebnisse sprechen dagegen“, erklärt Tobias Brändle, Autor der Studie. „Die Daten zeigen, dass gerade Betriebe, die Integrationsmaßnahmen anbieten, auch der Berücksichtigung langzeitarbeitsloser Bewerber offener gegenüberstehen.“

Insgesamt zeigt die Studie, dass – im Vergleich zu den anderen Bundesländern – in baden-württembergischen Betrieben mehr Integrationsmaßnahmen für ausländische Beschäftigte angeboten werden und eine größere Bereitschaft vorhanden ist, Langzeitarbeitslose einzustellen. „Es bleibt zu prüfen, warum ausländische Beschäftigte bei Tätigkeiten, die einen Hochschulabschluss voraussetzen, unterrepräsentiert sind“, sagt Tobias Brändle. Es könne sein, dass solche Abschlüsse vorhanden sind, aber nicht anerkannt werden, oder dass ausländische Arbeitskräfte über keine verwertbare Hochschulqualifikation verfügen.

Für Nachfragen steht Ihnen Dr. Tobias Brändle gerne zur Verfügung:
Telefonisch +49 7071 9896 16 und per Mail: tobias.braendle@iaw.edu
http://www.iaw.edu/index.php/IAW-Kurzberichte
http://www.iaw.edu/tl_files/dokumente/iaw_kurzbericht_2017_05.pdf

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg, Pressemitteilung Nr. 02 / 2018 – 9. Januar 2018

 

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