Teuerungsrate fällt im Dezember auf neuen Tiefstand

Preisverfall bei Heizöl und Kraftstoffen drücken den Preisanstieg im Südwesten auf 0,1 Prozent

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes erhöhte sich im Dezember 2014 der Verbraucherpreisindex nach vorläufigem Stand in Baden-Württemberg gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,1 Prozent. Damit wurde im Südwesten ein neuer Mehrjahrestiefstand erreicht. Niedriger lag der Preisanstieg zuletzt im Oktober 2009. Zugleich war die Teuerungsrate nun den achten Monat in Folge niedriger als ein Prozent. Die Schwelle von zwei Prozent, bis zu der nach gängiger Meinung Preisstabilität herrscht, wurde dagegen zuletzt im September 2012 erreicht. Gegenüber dem Vormonat November sanken die Verbraucherpreise im Dezember 2014 um 0,1 Prozent.

Deutlich gedrückt hat den Verbraucherpreisindex im Dezember 2014 der im Vergleich zum Vorjahresmonat massive Preisverfall bei Heizöl (minus 21,1 Prozent) und Kraftstoffen (minus 9,5 Prozent). Bei den Kraftstoffen war der Rückgang bei Dieselkraftstoff mit minus 11,3 Prozent ausgeprägter als bei Superbenzin (minus 8,8 Prozent). Ein stärkerer Preisrutsch fand bei Heizöl zuletzt im Oktober 2009, bei den Kraftstoffen im September 2009 statt. Der aktuelle Rückgang ist darüber hinaus Teil einer längerfristigen Entwicklung: So ist der Heizölpreis bereits seit Januar 2013 rückläufig, der Kraftstoffpreis seit März 2013. Der Sondereinfluss der Heizöl- und Kraftstoffpreise zeigt sich auch darin, dass ohne Berücksichtigung dieser Mineralölerzeugnisse im Dezember 2014 die Preissteigerung mit 0,9 Prozent deutlich höher liegen würde. Eine allgemeine deflationäre Tendenz kann daher aus der aktuellen Entwicklung nicht abgeleitet werden.


Bei den weiteren Energiearten war die Preisentwicklung uneinheitlich. So stieg der Strompreis binnen Jahresfrist um 2,6 Prozent. Fernwärme wurde um 2,0 Prozent teurer. Dagegen gab der Gaspreis geringfügig nach (minus 0,4 Prozent). Bei Brennholz bzw. Holzpellets verbilligten sich die Preise dagegen um 13,3 Prozent. Bei den Nahrungsmitteln gingen im Dezember 2014 die Preise um 1,8 Prozent zurück. Insbesondere Gemüse wurde mit minus 10,1 Prozent deutlich billiger, unter anderem gaben die Preise für Gurken (minus 36,5 Prozent), Blattsalate (minus 33,9 Prozent) und Kartoffeln (minus 29,3 Prozent) erheblich nach. Auch Speisefette und –öle wurden günstiger, bedingt durch den kräftigen Preisrückgang bei Butter mit 16,8 Prozent. Verteuert haben sich dagegen Süßwaren sowie Fischprodukte mit jeweils 1,6 Prozent.


Weiterhin teuer bleibt Kaffee. Gegenüber Dezember 2013 erhöhten sich die Preise zum Jahresende um 13,1 Prozent. Insgesamt verteuerten sich alkoholfreie Getränke um 1,0 Prozent. Die Preise für alkoholische Getränke zogen um 1,3 Prozent an.


Bei den Ausgaben rund um das Wohnen (Nettokaltmiete und Mietnebenkosten) erhöhten sich die Preise binnen Jahresfrist um 1,5 Prozent. Bei den Reiseausgaben verteuerten sich Übernachtungen in Baden-Württemberg um 3,2 Prozent. Flugtickets wurden um 2,2 Prozent teurer, Bahntickets um 1,2 Prozent. Dagegen verbilligten sich Pauschalreisen geringfügig (0,4 Prozent). In der Gastronomie im Südwesten (ohne Kantinen und Mensen) erhöhten sich die Preise um 1,6 Prozent. Freizeit- und Kulturdienstleistungen legten um 1,3 Prozent zu.

Geschenke für das Weihnachtsfest konnte man in diesem Dezember günstig erwerben.

Insbesondere Unterhaltungselektronik war deutlich billiger als im Dezember des Vorjahres (minus 10,4 Prozent). Günstiger als im Vorjahr waren auch Wintersportartikel (minus 8,6 Prozent), Mobilfunkgeräte (minus 6,8 Prozent) und Fotoausrüstungen (minus 3,6 Prozent). Ebenfalls rückläufig waren die Preise für Bücher (minus 2,3 Prozent), Parfüm (minus 1,7 Prozent) sowie Schmuck und Uhren (minus 0,4 Prozent). Etwas teurer als im Vorjahresmonat waren dagegen Bekleidung (1,3 Prozent) sowie Spiel- und Hobbywaren (1,2 Prozent).


Gegenüber dem Vormonat November 2014 fiel aufgrund des Preisverfalls auf den Rohölmärkten der Heizölpreis deutlich um 12,1 Prozent. Kraftstoffe wurden um 5,7 Prozent billiger. Darüber hinaus gaben auch die Preise für Brennholz bzw. Holzpellets nach (minus 2,7 Prozent). Der Gaspreis sank leicht um 0,3 Prozent. Bei den Nahrungsmitteln gaben die Preise etwas nach (minus 0,2 Prozent). Billiger wurden insbesondere Fleischprodukte sowie Fischprodukte (jeweils 0,7 Prozent). Merklich teurer wurde dagegen Obst (1,2 Prozent). Bei den Ausgaben rund um das Reisen verteuerten sich Pauschalreisen saisonbedingt um 12,2 Prozent. Flugtickets wurden um 2,1 Prozent teurer, im Schienenverkehr legten die Preise nach der Tariferhöhungen der Bahn um 1,0 Prozent zu. Übernachtungen in Baden-Württemberg wurden dagegen billiger (minus 1,2 Prozent). Bei Bekleidung und Schuhen gingen die Preise zurück (minus 1,5 Prozent). Die zunächst milde Wetterlage im Dezember sorgte hier auch für Preisabschläge bei der aktuellen Winterware.

Quelle und weitere Informationen:  Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Pressemitteilung 03/20015

 

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