Weniger Existenzgründungen und Betriebsschließungen 2015

3,6 Prozent mehr Gründungen von Betrieben mit wirtschaftlicher Substanz – Gründungsintensität in Baden-Baden und Mannheim am höchsten

Foto: morguefile.com

Im Jahr 2015 wagten in Baden‑Württemberg 77 030 Personen den Schritt in die Selbstständigkeit, indem sie einen von 69 869 Gewerbebetrieben alleine oder gemeinsam mit anderen gründeten. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lag die Zahl der Neugründungen damit um 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der Existenzgründungen, deren voraussichtliche Beschäftigtenzahl und Rechtsform eine größere wirtschaftliche Bedeutung vermuten lassen, stieg hingegen gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent auf rund 15 500 an. Einen leichten Zuwachs gab es auch bei der Zahl der neu gegründeten Nebenerwerbsbetriebe (+0,6 Prozent). Im Gegensatz dazu wurden weniger Kleinbetriebe gegründet als 2014 (−7,5 Prozent).

Der rückläufigen Zahl der Neugründungen steht auch ein geringfügiger Rückgang bei den Betriebsschließungen gegenüber. So wurden im Jahr 2015 insgesamt 67 257 Betriebe in Baden‑Württemberg vollständig aufgegeben. Dies waren 0,5 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Betrieben mit vermutlich größerer wirtschaftlicher Bedeutung stieg die Zahl der angezeigten Schließungen dagegen um 3,1 Prozent auf 12 101. Auch Nebenerwerbsbetriebe mussten häufiger schließen als im Jahr 2014 (+5,5 Prozent), während die Zahl der Schließungen von Kleinbetrieben um 6,7 Prozent zurückgegangen ist.

Die Gründungsintensität der wirtschaftlich bedeutsameren Betriebsgründungen betrug im Jahr 2015 in den Flächenländern Deutschlands zwischen 12 und 17 Gründungen je 10 000 Einwohner. Die höchste Intensität bei den Betriebsgründungen wiesen die Bundesländer Hessen (17) und Bayern (16) auf. Der geringste Wert ergab sich für Sachsen-Anhalt mit 12 Betriebsgründungen je 10 000 Einwohner. Baden‑Württemberg lag mit 14 Gründungen je 10 000 Einwohner unter dem Bundeswert (15). Nicht nur zwischen den Bundesländern sondern auch innerhalb Baden‑Württembergs bestehen regionale Unterschiede bei den Gründungsaktivitäten. Überdurchschnittlich hoch lag die Gründungsintensität mit 22 Betriebsgründungen und mehr je 10 000 Einwohner in den Stadtkreisen Baden-Baden (34), Mannheim (23), Ulm (22) und Heilbronn (22). Mit Ausnahme von Karlsruhe (13), lagen auch die übrigen Stadtkreise über dem Landeswert von 14 Betriebsgründungen je 10 000 Einwohner. In den Landkreisen ist die Gründungsintensität überwiegend etwas niedriger als in den Stadtkreisen. Lediglich in fünf Landkreisen wird der Landeswert überschritten. So kommt der Landkreis Böblingen auf 19, die Landkreise Esslingen und Ludwigsburg auf 16 und die Landkreise Göppingen und Reutlingen auf 15 Betriebsgründungen je 10 000 Einwohner.

Weitere Informationen

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Pressemitteilung 116/2016

 

Aktuelles / Presse

14.06.2019

Gesamtwirtschaftliche Ergebnisse im Bundesländervergleich

Neues Faltblatt des Arbeitskreises »Volkswirtschaftliche ...

 
11.06.2019

Höchste Pro-Kopf-Arbeitszeit im Hohenlohekreis

Mini- und Teilzeitjobs sowie regionale Branchenstruktur als ...

 
31.05.2019

Die Lage am Arbeitsmarkt ist stabil“

• 191.306 Arbeitslose im Mai 2019• Quote bleibt bei 3,1 ...